Ein Tagebuch von Doris Bäumel

Sommertörn 2005 Ionische Inseln – Tagebuch

Samstag, 9. 7. 2005

Der Urlaub begann mit Tagwache um 0330, Abfahrt um 0400 Richtung Flughafen Graz- Thalerhof. Das Einchecken ging relativ zügig voran und wir  flogen auch pünktlich um 0610 ab. Ankunft in Korfu um 0835 local time und Transfer mit Bus in die Marina Gouvia um 1000. Dann begann das Warten: das Gepäck ließen wir am Steg, unser Schiff wurde um 1400 vom Eigner gebracht und auch übergeben. Dann musste noch die Kaution und die Schiffspapiere übergeben werden. Dies dauerte mit der Dame von Orion bis 2100!!

Zum Glück gab es einen Pool, wo die Crew die ganze Zeit verbrachte. Irgendwann besorgten wir die Backschaft. Dabei führte uns der Kaufmann mit einem alten klapprigen Bus. Abendesssen bei Harry´s. Für uns korfiotisches Essen: Dolmades,  Sofrito (Gulasch ähnlich), Katakalo (Lamm, Zwiebel). Georg und Herwig bestellten Chicken nuggets, die waren aber nicht essbar, da blutig, dafür ein Eis und Melone. Alle wurden satt.

In der Marina war es ein bisschen spannend, dass wir keine Muring hatten und deshalb am Nachbarkatamaran festgemacht waren. Diese wollte ursprünglich schon in der Nacht wegfahren.

Sonntag, 11.7.2005

Aber um 0800 waren sie immer noch da.

Nach ausgiebigem Frühstück versuche ich noch die restlichen technischen Probleme zu lösen. Wie wollen wir kommunizieren? Die Schiffe sind mit DSC ausgerüstet, doch die Bedienungsanleitung ist nirgendwo zu finden. Es gilt für alle das gleiche: try and error. Ich hörte zwar, dass wir auf Kanal 12 um 1000 funken wollen. Kanal muss man mit Taste E speichern.

Nach Einweisung der Crew kommen wir kurz vor Mittag aus Gouvia weg. Die Kinder wollen Ruder gehen, es wird abgewechselt. Zuerst dachte ich, wir fahren unter Motor schnurstracks nach Lakka – auch Sivota war im Gespräch. Beim Südzipfel von Korfu frischte der Wind aus SE auf 2 – 3 bft. auf: Action – Segel setzen – erreichen sogar 7 kn – haben allerdings wenig Weg gewonnen und nach 4 sm ist der Spaß vorbei. In Lakka auf Paxos bekommen wir sofort einen Ankerplatz neben Princess I (Maria Pongratz). Der Anker hält im Sand gut – alles paletti – Beiboot wassern – die Buben sind damit unterwegs. Sandra und Uschi kochen: Spaghetti mit Sugo und Salat – alles wird verdrückt. Angelversuche der Kinder: Herwig sieht Kugelfische, Robert Flunder?  Seebachers machen einen Abendausflug in den Ort, wir genießen den lauen Abend an Bord. Ankerwache ist nicht nötig, aber ich wache schon auf und kontrolliere: alle Schiffe stehen in gleicher Richtung. In der Früh liegt das Schiff über dem Anker – der Hahn kräht.

Montag 12.7.2005

Georg, Herwig und Sandra fahren mit mir in den Ort einkaufen. Zuerst ist noch alles zu. Nach dem Frühstück geht es entlang der W-Küste von Paxos nach Süden. Es ist bedeckt und regnet sogar ein bisschen. Wir tuckern zu den Höhlen. Die nördlichste ist Ipapanti. Dorthin wird zweimal mit dem Beiboot hingefahren. Das ist spannend wegen der Wellen und einzelner Untiefen am Rand. Auf einmal taucht ein großes Ausflugboot auf und tutet – da wussten wir, dass diese Höhle sehenswert ist. Es gibt mehrere schöne Höhlen und Buchten. Eine wollten wir zum Baden und Erkunden nutzen, war aber zu felsig. Schließlich steuerten wir Mongonisi an. Alle waren begeistert: eine wunderschöne Bucht mit Sandstrand und Taverne, ideal für die Kinder. Unser Platz für das Boot war auch sehr bequem, aber riskant. Buganker hält beim ersten Manöver, Heck zur N-Mole: dort ist es etwas seicht, das Ruder hat nur 10 cm Platz! Baden – Jausnen – Baden – Relaxen – Spazieren – Essen. Die Bucht wird voll mit zwei Flotillen (Heckanker) und 3 Schiffe unserer Flotte (Landfeste). Über Nacht verholen wir das Schiff auch etwas nach vorne.

Dienstag, 13.7.2005

0610 Tagwache und Ablegen Richtung Lefkas – Frühstück auf der Fahrt.

Wir sind so um 1240 bei der Einfahrt, kein weiteres Schiff auf unserer Seite, aber viel  Seitenwind (4bft.) im Kanal. Wir warten mit Ringerl drehen bis sich die Brücke um 1300 hebt und zur Seite dreht. Auf welcher Seite sollen wir den Pfeiler liegen lassen? Wir nehmen die breitere Seite. Nach Orientierungsphase wird die Tankstelle ausgemacht. Egon legt längsseits an und wir tanken 57 l Diesel aus dem Tankwagen. Dann suchen wir einen Platz am Kai und müssen feststellen, dass Leinen zwischen die Boote gespannt werden, um den Platz zu besetzen! Eine andere Lücke wird auserkoren, allerdings ist das Ufer dort etwas zu seicht, sodass uns das Ruder ruckartig stoppt. Seebachers gehen Einkaufen, der Supermarkt schließt vor ihrer Nase, so müssen sie weiter laufen. Nach einer Stunde legen wir wieder ab und fahren durch den Lefkas – Kanal. Der ist landschaftlich sehr interessant. Im Süden ist schöner Segelwind: unsere ersten „Manöver“ sind Halsen. Bei Scorpios, der Onassis – Insel vorbei nach Spilia auf  Meganisi. Vor den Tavernen sind  Stege mit Moorings – wir werden hingewinkt – fahren aber weiter hinein und bekommen einen schönen Platz mit zwei Moorings und es ist tief genug. Die Kinder sind sofort im Wasser, ein Kiesstrand mit Taverne und Strandbar in der Nähe. Beim Essen auf dem Schiff nerven die vielen Wespen, aber sonst sind alle zufrieden. Uschi und Sandra  können sich um 2 € duschen (in der Taverne), Brot zum Frühstück wird auch organisiert. Der Abenspaziergang mit Werner und den Buben entpuppt sich als Bergwanderung. Der Ort Spartachorion liegt oben auf dem Berg, die Straßen sind eng. Es gibt viele Blumen, schöne Häuser und alte Griechinnen, die in schwarz vor dem Haus tratschen.

Mittwoch, 14.7.2005

Weil es so schön war gehe ich mit Sandra und Uschi nochmals in den Ort hinauf. Nach dem Frühstück wird gebadet, dann Richtung Süden abgelegt. Erstes Ziel: eine Höhle an der W-Küste von Meganisi: Ringerldrehen – Einfahren mit Beiboot und Paddel. Ein großer Dom mit Strand erwartet uns. Die Buben haben ihre Namen in den Sand geschrieben, am Eingang klettern zwei Ziegen herum. Nächstes Ziel ist Vathy auf Ithaka. Bei einem wunderschönen Halbwindkurs erreichen wir 9 Knoten und sind schneller als gedacht dort. In der großen Bucht vor Vathy überraschen uns die berühmten Fallböen. Aber auch im Hafen wird der Wind nicht schwächer. Platz wäre genug. Nach drei Versuchen das Schiff in den Wind zu stellen, gelingt es den Buganker zu setzen, der stabilisiert aber nicht ideal. Wir kommen schräg zum Kai, schürfen auch bei den Nachbarn (What are you doing?!) und die anderen Leute am Kai sind auch nicht gerade die große Hilfe. Als wir gerade dabei sind, das Schiff auszurichten möchte noch einer in die Lücke und erwischt unseren Anker, hebt ihn hoch und auch den unseres Steuerbord – Nachbarn. Dieser ergreift sofort die Flucht. Wir müssen schnell weg!!! Ziemliche Hektik – alle an Bord, Heckleinen los und Anker auf – natürlich alles fast gleichzeitig. Egon am Steuer, Sandra an der Ankerwinsch, die anderen auf der Seite. Egon musste dem anderen Schiff wie ein Hund an der Kette folgen. Anker auf – Anker runter- Ankerkette über dem Beiboot des Ankerzupfers- Anker runter – wieder rauf. Zum Glück ist nichts passiert – wir fahren weg von Vathy. Zum Segeln hat keiner Lust. Nachdem sich alle beruhigt hatten, versuchen wir zwar noch einige Ankerbuchten anzulaufen, aber bei dem starken Wind entscheiden wir uns weiterzufahren und Ithaka zu verlassen.  Ist es Odysseus auch so ergangen?  Euphimia auf Kephallonia ist ein Ziel. Die Stimmung ist bei allen schon ziemlich gesunken. Den Rest gibt uns noch, dass wir 5 Ankermanöver brauchen, bis er hält. Nach dem Essen an Bord wird Ankerwache eingeteilt. Robert und Sandra bis 2400, 0000 – 0200 Werner, 0200 – 0400 Egon, 0400 – 0600 Uschi, 0600-0800 Robert. Es bläst immer noch mit 4 bft. Wir schwojen ordentlich, aber der Anker hält. Robert ist sehr aufgeregt, Georg und Herwig gehen schlafen, der Rest auch. Der Wind wurde wieder mehr. Ich entschließe mich, dass Werner einen zweiten Anker mit dem Beiboot ausbringen soll. Dieses Manöver stabilisiert besser. Später lässt der Wind auch nach und es wird ruhiger. Um 0400 weckt mich Werner mit dem Lagebericht, die anderen lassen wir dann schlafen.

Donnerstag, 14.7.2005

Um 0700 wurde ich munter. Der Wind hat fast aufgehört – es regnet – ein kleines Gewitter über Kephallonia. Nach dem Frühstück Landgang auch für mich. Es wird eingekauft, mein Weg gilt dem Hafenmeister. Dieser saß in einem Kiosk am Kai und sprach ein wenig Englisch. Mich interessierte der Wetterbericht: ein Tief war über uns hinweg gezogen und nun im Abdrehen. Auch Egon hat seinen Laptop hochgefahren und die Wetterkarte herunter geladen und das bestätigt. Wir freuten uns über die zu erwartende Beruhigung. Zu Mittag ging es dann los Richtung Norden. Ich hatte beschlossen, dass Euphimia der südlichste Punkt unseres Törns gewesen ist. Bei NW 4 bft. kreuzten wir zwischen Kephallonia und Ithaka. Sandra entpuppte sich als begeisterte Rudergängerin. Wir steuerten die Polis- Bucht an. Von dort soll Odysseus in die Schlacht von Troja losgesegelt sein. Dort wartete zwar nicht Odysseus, sonder Ossi. Beim 1. Ankermanöver lagen wir gut, es gab eine Jause, das Beiboot wurde wieder gewassert und gebadet. Dann drehte der Wind und wir wollten eine Landfeste ausbringen. Bei diesem Manöver rutschte ich mit den Badeschlapfen aus, zog mir eine ordentlich blutende Schnittwunde am Knie zu und trat auch noch einige Seeigelstachel ein. Schlußendlich hoben wir den Anker, fuhren das Manöver noch einmal, gaben reichlich Kette und hatten auch genug Platz zum Schwojen. Dann erst versorgten wir die Wunde mit Butterflies und  verzichteten aufs Nähen. Die Kinder hatten ihren Spaß, fanden am Strand einige mehr oder weniger nützliche Dinge. Es war ein gemütlicher ruhiger Abend – eine Nacht ohne Wache.

Freitag, 15.7.2005

Die Polis-Bucht war auch am Morgen malerisch. Sandra, Uschi und ich machten uns auf den Weg hinauf nach Stavros: ein netter Ort, mit vielem ausgestattet. Wir kauften ein. Als wir um 0930  zurückkehrt haben alle Männer noch geschlafen. Zum Frühstück gab es Eier und Speck. Es musste draußen gefrühstückt werden, da der Salon noch mit DKT belegt war. Irgendwann ging einer auf die Toilette. Herwig versetzte es in helle Aufregung, dass plötzlich viele Fische da waren. Er rief: „ Kommt schnell schauen, die Fische fressen die Scheiße – und das Papier!“ Gegen Mittag führte uns der Weg nach Fiskardo auf Ithaka. Wir drehten im Hafen ein Ringerl, uns hätte es dort wahrscheinlich gefallen: wunderschöne Jachten, ein malerisches Dorf – aber wir fahren weiter nach Norden. Wir kreuzen zum Cap Doukato mit Robert am Ruder und fahren ein Stückchen an der W-Küste von Lefkas entlang. Dort ist ein wunderschöner Strand, aber unerreichbar für uns – Katsiki-Beach. Nun geht es wieder zurück, aber es schaukelt so unangenehm, dass mir und Herwig schlecht wird. Nach dem Cap Doukato wird es ruhiger. Bei W-Wind fahren wir trotzdem mit Motor und Groß, dabei breche ich den Klemmengriff vom Groß ab. Wir wollen nach Syvota , fahren aber zuerst in die Roudas-Bucht! Ein Navigationsfehler – welch Schreck. Aber dann in der Bucht entscheide ich gleich, vor Anker zu gehen – frei ankern, statt mit viel Seitenwind in eine Lücke am Kai schlüpfen. Das erste Manöver klappt gut, die Nacht ist gerettet. Spaghetti carbonara auf dem Schiff – eine neue Wespenfalle ist notwendig und sehr ergiebig. Landgang: viele Touristenläden und Tavernen mit Essenseintreibern. Seebachers waren in der Notbibi – Bar, soll nett gewesen sein.

Samstag, 16.7.2005

Für heute nehmen wir uns nicht viel vor. Baden ist angesagt. Allerdings ist Vathy auf Meganisi von mir auserkoren worden, anzusteuern. Schon beim Anlegen gibt es den ersten Ankersalat. Unsere Kette liegt über einer anderen, die wollen weg. Das Ganze noch einmal. Nun hat ein anderer wieder etwas gegen uns – egal – wir lassen uns nicht beirren und liegen direkt am Steg vor einer Taverne – Werners Wunsch! Auch der eingezeichnete Wasserhahn ist direkt vor uns. Seebachers fahren mit Georg und Herwig zu einem Strand der Einheimischen baden. Es ist heiß, eine Siesta geht sich aus. Morgen wird es spannend beim Ankerlichten – bis jetzt liegen möglicherweise 4 Ketten über unserer und wir auch vielleicht über einer.

Alle anderen außer Egon und ich waren bei einer Badebucht für die Einheimischen und kamen begeistert zurück. Um 2€ gab es hot shower.  Da geht man in der Taverne auf die Toilette und kann sich duschen. Der Abend war sehr gemütlich. Wir saßen auf dem Wellenbrecher und aßen gut und nicht zu teuer.

Sonntag, 17.7.2005

Werners Wunsch, direkt am Steg vor der Taverne haben wir erfüllt. Wir haben zwar direkt vor dem Wasserhahn festgemacht, aber nichts rührt sich zwischen 9 und 10, wie am Vorabend vom Wirt erzählt. Ich frage mal in der Taverne vor uns nach. Oma erscheint, wir „unterhalten“ uns auf griechisch. Sie meint, wir sollten den Wasserhahn auf der anderen Seite nehmen, ich möchte aber den vor uns, sie hat keinen Schlüssel. Schlussendlich wird der ganze Kasten von einem Ortskundigen umgeleert, darunter ist der Schlauch. Oma hat gleich ein Messer parat, um den Wasserhahn freizulegen. 5€ und Oma ist zufrieden. Alle Ankerlichtmanöver  klappen,  kein Ankersalat, wie befürchtet. Unsere italienischen Nachbarn sind auch sichtlich froh – mamma mia! Auf geht’s in die Ambelaki – Badebucht. Wir ankern frei. Es wird gebadet, gegessen, gespielt. Am Nachmittag geht es weiter nach Palairos. Dort ankern wir auf 8m WT vor einem langen Sandstrand – ganz wild. Der Hafen ist voll, Strand  ist gefragt.

Montag, 18.7.2005

Am Morgen müssen erst alle mobilisiert werden – DKT – wir legen ab Richtung Lefkas-Kanal. Zum Segeln ist niemand so richtig motiviert, also geht es mit Maschine weiter. Die Einfahrt in den Kanal wird getroffen, in Levkada tanken wir wieder beim netten Tankwart. Er ist uns auch beim Anlegen am Yachtkai behilflich. Dort bläst der Wind wieder kräftig mit 4 bft. von der Seite. Dieses schwierige Manöver fährt Egon! Wir liegen gut, der Anker hält. Müll entsorgen, einen Stadtbummel machen, Georg neue Sandalen kaufen, Essen und Trinken einkaufen, Abendessen. Seebachers gehen nochmals aus, um 2130 sind alle an Bord. Pünktlich um 2145 Kommando: Anker auf, drehen noch ein Ringerl und fahren punktgenau (wie ein Wettfahrtstart) um 2200 zur Brücke, die aufgeht. Alles klappt, Egon am Ruder, lässt sich von mir navigieren. Die Nachtfahrt beginnt. Der Mond scheint, es ist sehr romantisch, aber es wird immer feuchter. Den Kindern wird es draußen zu kalt, sie spielen im Salon DKT. Herwig wird es schlecht, Georg und er legen sich gegen Mitternacht hin. Auch Sandra und Uschi ziehen sich zurück. Übrig bleiben Egon als Rudergänger, Werner als Aufpasser, Robert als Cockpit-Schläfer und ich als Navigator. Immer wieder schlägt das Funkgerät Alarm wegen einer Securite – Meldung, die ich aber nicht verstehe. Kein anderes Schiff ist in unserer Nähe, die wenigen Leuchtfeuer können identifiziert werden. Die gesamte Navigation ist spannend und laut Hafenplan auch unser auserkorenes Ziel: Parga. Unser Ansteuerungslicht ist sehr funzelig, die Burg sollte beleuchtet sein, ist es aber nicht. Ich suche verzweifelt nach einer Insel, die auf unserer Kurslinie liegen sollte, finde sie aber nicht. Wir landen dann doch in der richtigen Bucht, hätten beinahe die Schiffe vor uns übersehen, denn deren Ankerlichter projizierten sich in der  Höhe der Strandbeleuchtung. Anker fällt um 0320 in 10 m WT. Uschi ist inzwischen wieder aufgestanden und wärmt für eine kurze Ankerwache die restlichen Spaghetti auf. Dann ab in die Koje – Robert und Werner bleiben draußen.

Dienstag, 19.7.2005

Der erste Blick bei Tageslicht zeigt uns, dass wir einen guten Ankerplatz genommen hatten, obwohl er noch etwas näher beim Strand hätte sein können. Nach spätem Frühstück gab es einen ausgiebigen Badetag. Am Strand mündet ein Bach, was ein idealer Spielplatz war. Damenpartie fährt mit dem Dinghy in  den Ort. Es ist ein weiter Weg und schlecht zum Anlegen. Parga ist ein überfüllter Ort mit ganz engen Gassen auf den Berg gebaut, sah am Vormittag aus wie beim Fetzenmarkt in Lignano. Drink am Hafen, Einkaufen, anstrengender Badetag, Abendessen am Schiff – Sandra kocht wie immer gut. Am Abend stellt sich die Frage wer wann womit wohin fährt. Ein Zufall hilft uns, Seebachers mit dem Wassertaxi bequem in den Ort zu verfrachten, ich fahre mit den Buben mit dem Dinghy  und wir gehen hinauf zum Kastell. Herwig hat zwar seine Sandalen auf dem Schiff vergessen, geht barfuss ohneVerletzung. Wir leisten uns was zu trinken, kaufen noch was ein, es gefällt den Buben. Ab geht es mit dem Dinghy – die Schraube gräbt ein bisschen durch den Sand – Herwig schimpft mit mir. Auf dem Schiff spiele ich mit den Buben Romy. Seebachers werden gegen Mitternacht angeliefert.

Mittwoch, 20.7.2005

Von Parga geht es unter Segel wieder nach Mongonisi. Die Buben sind immer schwerer vom DKT zu trennen. Um 1300 legen wir diesmal mit Heckanker und Bug zum Steg in Mongonisi an. Egon meint, diesmal hätte ich gut vorbereitet. Nach der Jause wird wieder gebadet und am Strand Sand gespielt. Mit unseren italienischen Nachbarn auf der Steuerbordseite – ein älterer Kardiologe – gibt es einen Ankersalat. Denn sein Anker ist nur kurz und liegt in einem Bogen, so dass sowohl unsere Kette, als auch die des zweiten italienischen Nachbarn auf unserer Backbordseite über dieser liegen. Zwischenzeitlich hatte sich Jerzey mit seiner polnischen Crew über unseren Anker gelegt, ist aber problemlos wieder weggefahren.

Abendessen: Sandra kocht Spaghetti als Vorspeise, dann wollen wir in die Taverne! Der Abend war dann noch lang. Die Buben bauten einen riesigen Berg aus Sand und wir taten uns beim Wein gütlich.

Donnerstag, 21.7.2005

Brot gab es um 9 Uhr in der Taverne, bis 10 dauerte das Frühstück. Geplant war um 1100 abzulegen und vorher noch das Schiff entsanden. Aber unser italienischer Dottore drängte zum Aufbruch. Wir hatten wirklich unsere Kette über dem anderen Anker liegen – also ablegen. Während Egon mit uns langsam nach Gaios tuckerte, konnten wir das Schiff waschen. Dann erlebten wir eine spannende Durchfahrt. Bei der Nordausfahrt kam uns ein Wasserflugzeug entgegen! „Wer hat da Vorrang?“ Die Buben waren in heller Aufregung. Mit Motor ging es hinüber zum Festland nach Sivota-Mourtos. Superplatz am Steg mit Wasser und Strom gratis. Sandra ist anfangs nicht so begeistert, möchte eigentlich nur baden. Dem Wunsch wird mit dem Dinghy entsprochen. Unsere Sorge gilt jetzt der Einteilung der Essensrationen usw. Während des Badens in der Nachbarbucht erlebte Egon in Sivota „Action“. Der Buganker eines Ausflugsschiffes hat nicht gehalten und die Anker mehrerer Schiffe gezupft und dabei fast eine gröbere Karambolage verursacht. Am Abend nach dem Essen hat sich die Stimmung gelöst. Werner hatte seinen 1er-Platz an der Promenade. Ein wunderschöner Sonnenuntergang löste eine Foto-Orgie aus. Wir rückten dann alle aus. Die Buben waren selbständig unterwegs . Die Daltons rücken aus, wie Egon sagte. Auch wir flanierten herum. Endlich gab es auch Hüte für Georg und Herwig. Sie freuten sich riesig darüber. Sandra und Uschi gingen Cocktail trinken, wir nahmen Iced Coffee with milk and sugar in der Bar.

Um ca. 0600 wurden wir durch die Alarmanlage des Bankomaten vor unserer Nase aufgeweckt, war etwas laut.

Freitag, 22.7.2005

Der letzte Tag war angebrochen. Wir legten um 0815 ab, nachdem noch frisches Brot besorgt worden war. Vom Wind war fast keine Spur, also ging es mit Motor direkt nach Gouvia. Frühstück unterwegs, relativ viel Verkehr mit großen Schiffen. Kreuzpeilung – mit GPS kontrolliert und fast keine Abweichung. Kurz nach eins waren wir in Gouvia, waren beim Tanken und Anlegen die ersten unserer Flotte, danach kam schon Ossi. Nach einer guten Jause noch ein paar Crew-Fotos und die Jugend rauschte ab ins Pool. Für Egon und mich wurde es noch spannend, dann die Rückgabe des Schiffes nahte. Diesmal kam ein Vertreter des Eigners, schrieb sich brav die Mängel auf und aus unserem Klemmenschaden wurde auch kein Theater gemacht. Die Kaution wurde rückerstattet, so konnte ich auch ins Pool springen. Da passierte Georg ein Missgeschick: er freute sich so, mich zu sehen und köpfelte hinein und schlug mit dem Oberkiefer auf. Wieder eine Wunde , diesmal an der Oberlippe und ein wenig lockerer Zahn. Zum Glück ist nicht mehr geschehen. Nach der „Restelverwertung“ = Abendessen genossen wir wieder den Sonnenuntergang  am Boot und die Entspannung, dass bei unserem Schiff alles in Ordnung war, was bei den anderen nicht so der Fall war. Später begleiteten wir noch die anderen in Georgios Restaurant und tauschten die Erfahrungen aus. Spät ins Bett und früh heraus 0600.

Samstag, 23.7.2005

Nach Abschied von Gouvia wurden wir fast pünktlich um 0700 abgeholt, waren um 0730 am Flughafen. Das Einchecken nervte und dauerte2 Stunden = bis zum Abflug um 0935. Die Gepäckstücke mussten die Sicherheitskontrolle durchlaufen. Bei allen wurden die Schwimmwesten mit ihren Patronen überprüft. Auch ich musste in der Schmutzwäsche herumwühlen. Den Rest gab noch die Handgepäckkontrolle. Ich hatte meinen Leatherman im Beuatycase. Uns blieb nur die Chance, ihn einem anderen Fluggast im großen Gepäck mitzugeben.

Große Verabschiedung in Graz, Andi holt uns ab, es regnet……